Chronik der
Pfadfindergruppe "Edelweißhorst" Oberndorf
(bis 1974 den Aufzeichnungen von Hermann Rasp entnommen)
Nach dem 1.Weltkrieg errichtete die Landesregierung im Herbst 1919 einen Jugendhort für
Knaben und Mädchen in OBERNDORF. Der jüngste Lehrer der Gemeinde, Hermann Rasp, wurde
zum Leiter des Hortes bestellt. Seine Aufgabe war es, die Jugend nach der Schule noch 2
Stunden nützlich zu beschäftigen. 1923 waren die Mittel zur Erhaltung des Hortes
erschöpft. Da auch seitens der damaligen Marktgemeinde kein Interesse an der
Weiterführung bestand, wurde diese Einrichtung geschlossen. Hermann Rasp glaubte jedoch
an die Sinnhaftigkeit einer derartigen Institution und gründete in Anlehnung an die Ziele
und Wertvorgaben der jungen, internationalen Pfadfinderbewegung, eine Pfadfindergruppe in
OBERNDORF.
Im Jänner 1924 begann er mit der Arbeit. Als Heim genügte vorerst ein Klassenzimmer in
der Volksschule. Am 2.März 1924 kam der Gründer des Österreichischen Pfadfinderbundes,
"Papa" Teuber, selbst nach OBERNDORF und 10 Buben konnten in seine Hand das
erste Pfadfinderversprechen ablegen. Noch im selben Jahr wurde eine alte Steinbruchhütte
samt Grundstück an der Salzach erstanden. Nach Renovierung und Einrichtung der Hütte
konnte im August die Einweihung des ersten Oberndorfer Pfadfinderheimes unter Beteiligung
der Pfadfinder, samt Eltern, vorgenommen werden. Das erste Zeltlager absolvierte die
Gruppe beim Mondsee. Im Jahr 1931 nahm die Gruppe am Bundeslager in Baden bei Wien teil,
wobei sie erstmals Lord Baden Powell, den Weltführer und Gründer der Pfadfinderbewegung
kennen lernte.
In den folgenden Jahren der großen Arbeitslosigkeit bewährte sich die Gruppe als
Nothelfer. Durch Sammelaktionen, wie z.B. dem alten Schöffleutbrauch des
"Glöcklsingens", wurden Geld und Lebensmittel für die von der Gemeinde
organisierte Schulkinderausspeisung beigesteuert. Bis zu 120 Kinder erhielten damals
mittags ein warmes Essen. 1933 radelten vier Pfadfinder durch Österreich bis nach
Budapest, wo ein großes Welttreffen mit 25.000 Pfadfindern stattfand. Anlässlich des
10-jährigen Bestandsjubiläums wird "Papa" Teuber, in Anerkennung der
Leistungen der Oberndorfer Gruppe, die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde OBERNDORF
verliehen.
Am 17. März 1938 vereint ein großes Lagerfeuer vor dem Heim alte und junge Pfadfinder
anscheinend zum letzten Mal ! Der Heimschlüssel muss den "Nachfolgern", der
Hitler-Jugend, übergeben werden, denn die Pfadfinderbewegung wurde wie alle anderen nicht
national-sozialistischen Jugendorganisationen verboten. Die neuen Machthaber interessieren
sich jedoch nicht für die Erhaltung des Heimes und so verfällt es zusehends. Viele der
ehemaligen Pfadfinder müssen an den verschiedensten Fronten für die Heimat einstehen. An
den wenigen Urlaubstagen in der Heimat treffen sie sich beim Lagerfeuerplatz. 37 lassen
ihr Leben am Schlachtfeld. Ihrem Wunsch gemäß wird der Lagerfeuerplatz zum
"Heldenhain" umgewidmet.
Nach Kriegsende, am 30.Mai 1945, beschließen die heimgekehrten Altpfadfinder, anlässlich
einer Messe in der Schifferkapelle, das verfallene Heim wieder aufzubauen. Unter Obmann
Dr. Hans Heger und unter der Gruppenführung von Hermann Rasp kann nach 2 Jahren, am
7.Dezember 1947, das neue Heim, hergestellt aus übrigen Barackenteilen, eingeweiht
werden. Das erste Lager nach dem Krieg führt 1948 mit einem vom Weltkirchenrat
beigestellten LKW ins Felbertal.
1951 beim, großen Jamboree (Welttreffen) der Pfadfinder in Bad Ischl, ist die Gruppe mit
dabei und trifft erstmals mit Pfadfindern anderer Nationen zusammen.
Im September 1964 feiert die Gruppe ihr 40.Gründungsfest mit einem Zeltlager vor der
Hauptschule. Alle Gruppen des Landes Salzburg und Abordnungen aus Laufen, Freilassing und
Traunstein sind vertreten. 200 Pfadfinder können am Festabend begrüßt werden. Dem
Gruppenführer Hermann Rasp wird aus der Hand des Landesfeldmeisters Watzenböck die
höchste Auszeichnung der Pfadfinder Österreichs, der "Silberne Steinbock",
überreicht. Anlässlich der 150-jährigen Bestandsfeier der (damaligen) Marktgemeinde
OBERNDORF wird Hermann Rasp die "Goldene Ehrennadel" verliehen. 1969 fasst die
Gruppe den Entschluss, das Heim nach den Plänen von Baumeister Ing. Pöschl auszubauen.
Bis 1974 hat sich das Raumangebot verdoppelt und der alte Baubestand wurde erneuert. Ab
diesem Jahr beginnt Hermann Rasp zu kränkeln und kann sich der Gruppenarbeit nur mehr
eingeschränkt widmen. Als Hermann Rasp, nach fünfzigjähriger Tätigkeit für die
Pfadfinder Oberndorf, im Jahre 1974 seine Funktion als Gruppenfeldmeister (heute
Gruppenleiter) zurücklegte, musste er das Fehlen eines entsprechend vorbereiteten
Nachfolgers schmerzhaft miterleben. Wie viele andere Führungspersönlichkeiten seiner
Generation, hatte er alle Aktivitäts- und Leitungsfunktionen in seine Kompetenz gelegt
und kaum delegiert.
Hermann Rasp
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Die nächsten 10 Jahre von 1974 bis 1984 übernahm abwechselnd Hugo Prassnigger und
Hans Binder die Gruppenführung. Am 13. September 1984 starb der Vereinsgründer nach
einem aufopferungsvollen Leben im 88. Lebensjahr. Neuer Gruppenführer wurde ab 27.11.1984
Richard Pfeifenberger. Als sein Stellvertreter wurde Jürgen Prem bestellt. Dieses Duo
brachte eine gewisse Kontinuität und Richtung in die Führung und Ausbildung der
Jugendlichen. Mit dem Fehlen von Hermann Rasp formte die Gruppe nun zwangsläufig ihren
eigenen neuen Stil. Dieser wurde sehr stark von der Familie Prem beeinflusst. Vater Bernd
übernahm verschiedene Funktionen in der Vereinsleitung (Aufsichtsrat), Sohn Jürgen und
Tochter Erika waren mit der Ausbildung der Pfadfinder (Alter 10 - 16 Jahre) und
Wichtel/Wölflinge (Alter 7 - 10 Jahre) betraut. |
Am 20.10.1988 übernahm Manfred Niederreiter, ein Freund und pfadfinderischer Weggefährte
von Bernd Prem, die Obmannschaft des Vereins. Seiner Initiative ist die Vorbereitung und
endgültige Realisierung der Erweiterung des Papa-Teuber-Heimes zuzuschreiben. Die alten
Barackenteile wurden bis auf das Grundgerüst erneuert und ein erster Stock mit insgesamt
drei Patrullenräumen und einem neuen Dach aufgesetzt.
In dasselbe Jahr des Heimum- und -erweiterungsbaues fiel auch der Landes-Georgs-Wettbewerb
anlässlich des siebzigjährigen Bestehens der Gruppe Oberndorf und damit der Pfadfinder
und Pfadfinderinnen des Landes Salzburg. An die 1000 PfadfinderInnen bevölkerten die
Wiese beim Schulzentrum und eine Veranstaltung in der Aula der Hauptschule, unter
Anwesenheit von Bundes- und Landesfeldmeister, demonstrierte die Bedeutung der
Pfadfindergruppe Oberndorf und ihres Gründers Hermann Rasp für das Land Salzburg.
Aus familiären Gründen legten die Mitglieder der Familie Prem in der zweiten Hälfte des
Jahres 1994 alle Funktionen in der Gruppe zurück. Dies war sehr einschneidend, da der
Ausfall ihrer Jahrzente langen Erfahrung und Arbeitsleistung eine schier untragbare
Belastung für den nun fast alleinstehenden Gruppenführer Richard Pfeifenberger
bedeutete. Als Retter in der Not bot sich, wie schon so oft in OBERNDORF, eine neu
zugezogene Persönlichkeit an. Mit Mag. Bernard Stockinger, einem AHS-Lehrer des
Borromäums Salzburg und mit dem höchsten Ausbildungsgrad der Pfadfinderbewegung
ausgestatteten Familienvater von drei Kindern, war ein idealer Stufenführer für die
Guides/Späher (Alter 10 - 13 Jahre) gefunden worden.
Als im Jahre 1995 der mit gesundheitlichen Problemen kämpfende Manfred Niederreiter durch
den gestandenen Oberndorfer Pfadfinder Hans Hinterholzer abgelöst wurde, verstärkte sich
ein neuer Führungsstil in Vereinsleitung und Gruppenführung.
Mit dem Eigentümer eines modernen Handelsbetriebes, Hans Hinterholzer, und dem, im
Vereinsjahr 96/97 neu gewählten, Gruppenführer und Pädagogen, Bernard Stockinger,
hielten modernes Management und Teamarbeit Einzug in die Gruppe, die zu diesem Zeitpunkt
aus mehr als 50 aktiven Jugendlichen, aufgeteilt in die Stufen Wichtel/Wölflinge (Alter 7
- 10 Jahre), Guides/Späher (Alter 10 - 13 Jahre) und Caravelles/Explorer (13 - 16 Jahre),
bestand. Die Schaffung der vierten Stufe, der Ranger und Rover (16 - 20 Jahre), war noch
ausständig und in Vorbereitung. Aktion und Motivation waren gefragt und innerhalb von
zwei Jahren interessierten sich wieder mehr Altpfadfinder für Aufgaben innerhalb der
Vereinsleitung und der Gruppenführung.
In den nun folgenden Jahren setzte sich der Aufschwung weiter fort, sodass sich die Gruppe
Oberndorf bei der 75-Jahr-Feier im September 1999, also nach nur vier Jahren,
folgendermaßen präsentieren konnte: 107 aktive Jugendliche, die in den nun vollständig
vorhandenen vier Stufen betreut werden. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass gerade
die beiden Stufen, die in fast allen Gruppen traditionell mit einem Mitgliederschwund zu
kämpfen haben, nämlich die CaEx und RaRo, in OBERNDORF zu den stärksten des ganzen
Landesverbandes SALZBURG gehören. Ein großes Problem beschäftigt aber den Aufsichtsrat
und die Gruppenführung auch in OBERNDORF: der akute Führermangel. Der verdoppelten
Kinderzahl steht praktisch eine zahlenmäßig gleichgebliebene Führungscrew gegenüber,
sodass immer wieder ein Aufnahmestopp ausgesprochen werden muss. Im Jänner 2000 kam es zu
einer Anpassung der Statuten, angelehnt an die neue Verbandsordnung der Pfadfinder und
Pfadfinderinnen Österreichs und zu einer Neuwahl des Aufsichtrates, wobei besonders
Grabmayr Anton zu erwähnen ist, der Aufsichtsratsobmann Hinterholzer Hans in dessen
Funktion nachfolgt. Letzterer konnte aus Berufsgründen für den ARO nicht mehr
kandidieren, bleibt der Gruppe aber als ARO-Stellvertreter erhalten.
Das Hauptziel des Jahres 2000 war die Absicherung der Erfolge und
des Aufschwunges der letzten Jahre bezüglich der Mitgliederzahl und des Erhaltes der vier
Stufen. Eine gewisse Konsolidierung und Beruhigung nach den 75-Jahr-Feierlichkeiten von
1999 und die Weichenstellungen zur Vergrößerung der Stufen-Führungsteams stellten die
Hauptaufgaben zur Erreichung dieses Zieles dar. Bemerkenswert ist einerseits, dass seit
dem Herbst 2000 alle Stufenheimabende am Samstag angesetzt sind und andererseits, dass es
gelungen ist, immer öfter junge Erwachsene, die in der Gruppe groß geworden
waren, für die Führungsaufgaben zu gewinnen. Auch die Tatsache, dass der Anteil
weiblicher Führungskräfte in allen Stufen anstieg, war von Vorteil. Der Ruf, den die
Gruppe OBERNDORF genoss, wurde auch dadurch bestätigt, dass am 24. September 2000 an
Gruppenführer Bernard Stockinger als offiziellem Vertreter der Pfadfinder und
Pfadfinderinnen Salzburgs vom Landeshauptmann von Salzburg, Dr. Franz Schausberger, das
Abzeichen Ehrenamt für Tätigkeit im Bereich des sozial- und
jugendpädagogischen Ehrenamtes verliehen wurde.
2001 hatte auch für die Oberndorfer
PfadfinderInnen und den neu gewählten ARO Hans Weiner mit AROStv. Gerda Baumgartner einen
besonderen Höhepunkt zu bieten: das Bundeslager - b.open der PPÖ in ST.GILGEN vom 16.-
26.7.2001 mit ca. sechstausend TeilnehmerInnen. Über die gesamte Lagerzeit verteilt waren
Mitglieder des AR als Unterstützung der Führungsteams miteingebunden. Es gelang ein
beeindruckender Erfolg: das von den PFO gestellte Teilnehmerkontingent (65 Personen,
zusammengesetzt aus GuSp, CaEx und RaRo) war das zweitstärkste im gesamten Lager.
Darüber hinaus präsentierte sich die Gruppe in OBERNDORF anlässlich der Feierlichkeiten
zur Stadterhebung durch ein Schaulager im südlichen Stadtpark mit Lagerbauten, Info-Zelt
+ Dia-Show und einem umfangreichen Kinderprogramm. Angeführt von einer der etlichen
Musikkapellen zogen an die 100 PfadfinderInnen, vom Wichtel bis zum Rover, beim Festzug
mit und gaben für die Öffentlichkeit ein prächtiges Bild ab. Der erfreuliche Trend,
dass die Zahl der jungen FührerInnen stetig stieg, hielt an und so konnte wieder aktiv um
Mitglieder geworben werden. Dabei ist die Teilnahme an der Aktion Vereine stellen
sich vor vom 2.4. 20.4.2002 zu erwähnen. Die PFO gestalteten insgesamt 5
Schaufenster (4 Stufen + Aufsichtsrat und Gruppenführung) im Kaufhaus Hinterholzer, um
den Verein in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Aktion war ein voller Erfolg, was
sowohl Rückmeldungen aus der Bevölkerung, als auch die Tatsache belegten, dass die
Pfadfinderdekorationen mit dem 1. Preis prämiert wurden. Um der neuen Situation gerecht
zu werden OBERNDORF war inzwischen zur viertgrößten Gruppe des Landesverbandes
Salzburg herangewachsen wurde 2002 der Lagerfeuerplatz zu einer großen Naturarena
erweitert. Außerdem gelang ein sanfter und gelungener Generationswechsel innerhalb des
Gruppenrates und auch GF Stockinger konnte sich ab Herbst 2002 aus der Doppelbelastung von
Gruppen- und GuSp-Stufenführung zurückziehen, um sich ganz der immer aufwendigeren
GF-Arbeit zu widmen. Wichtig für die weitere Gruppenentwicklung wurde der erfreuliche
Umstand, dass es ab dem Beginn des Arbeitsjahres 2002/03 mit Frau Mag. Veronika
Stockinger, einer AHS-Lehrerin im Privatgymnasium der Herz-Jesu-Missionare in Salzburg und
Mutter von drei Kindern, zum ersten Mal bei den PFO eine Gruppenführerin gibt. Seit ihrem
8. Lebensjahr Pfadfinderin, hat sie sowohl als Kind und Jugendliche, als auch als
Führerin alle Stufen der PPÖ durchlaufen und ihre Führerinnenausbildung mit dem
Woodbadge für CaEx erfolgreich abgeschlossen. Somit war auch die Gruppenführung, wie
schon die Vereinsleitung, koedukativ besetzt. Stadtpfarrer Mag. Nikolaus Erber konnte als
Gruppenkurat gewonnen werden und es gelang ihm schon bald, eine ausgezeichnete Verbindung
zu den Gruppenmitgliedern aufzubauen.
Ab 2003 liefen unter der neuen ARO Gerda
Baumgartner, der ersten Obfrau der Vereinsgeschichte, und AROStv. Wolfgang Mittasch die
Maßnahmen und Planungen (Festausschuss) für die 80-Jahr-Feier, geplant als Gruppenlager vom 23.-26.9.2004, an. Die
Pfadfinder wurden immer mehr zu einem nicht mehr wegzudenkenden Fixpunkt im Geschehen der
Stadt OBERNDORF, sei es bei der zur Tradition gewordenen Gestaltung des Festgottesdienstes
zu St. Georg, sei es bei einem Staffellauf
am 9./10.5. für Kirchensanierung (Ergebnis: 5.000,-), sei es als Organisator eines
Schaulagers beim Bauernherbstfest der
Raika-Oberndorf am 26.9., oder bei der Abholung des Friedenslichtes vom ORF-Landesstudio Salzburg
und der Verteilung auf dem Kirchplatz vor und nach der Kindermette am 24.12., um nur
einige Beispiele zu nennen. Wichtig für das Zusammenwachsen von AR und GR wurden die
gemeinsamen Wochenenden, wie z.B. am 13./14.9.2003
in Bundschuh. Neben lustigen Programmpunkten und dem ausgezeichneten Abendessen
beeindruckte vor allem die von Kurat Klaus zelebrierte Messe in einer Stadelkirche. Im
Herbst 2003 wurde eine neue Stufe für alle Mitglieder über 21 Jahre, die AltRaRo,
gegründet, die zwar aus dem Ausbildungskonzept der PPÖ heraus fällt, die aber für die
Gruppe als Reservoir für Führungskräfte und als Helfer bei Großprojekten von großer
Bedeutung ist. Das Jahr 2004 war von einem solchen Großprojekt geprägt, nämlich vom Gruppenlager am Lipplgut/Pfaffing/OÖ anlässlich
der 80-Jahr-Feier der PFO vom 23.- 26.9. Trotz widrigster Wetterverhältnisse gelang im
Zusammenspiel aller Kräfte eine beeindruckende Veranstaltung, bei der viele nationale und
internationale Gäste begrüßt werden konnten, die ihre Verbundenheit zur ältesten, noch
existierenden Pfadfindergruppe Salzburgs dokumentierten. Die eigens zu diesem Anlass von
EBR-Mitglied Andrea Holzer produzierte Jubiläums-CD überzeugte in Inhalt und Design
durch ihre Professionalität. Die Vielfältigkeit der Aktivitäten der OBERNDORFER
PfadfinderInnen zeigt der Umstand, dass sie am 15./16.5. mit vier Staffeln am
Wien-Marathon teilnahmen. Die Anmietung des Objektes Haggenstraße 1 als
zweites Heim und Materiallager trug dem gestiegenen Raumbedarf optimal Rechnung und war
die Voraussetzung für die strukturelle Schaffung der Biber, einer neuen Stufe für die
5-7-Jährigen und die personelle Vergrößerung der Pfadfindergruppe OBERNDORF. Ende
2004 war die Zahl der registrierten Gruppenmitglieder deutlich, im Vergleich zu 2003 um
ca. 20%, auf 133, die Zahl der
ehrenamtlichen FührerInnen/LeiterInnen auf 28 Personen in 6 Stufen angewachsen. Der akute
FührerInnenmangel des Jahres 1999 konnte damit beendet werden. Über den Aufgabenbereich
in der eigenen Gruppe hinaus waren und sind jetzt Oberndorfer FührerInnen/LeiterInnen
sogar auf Landes- und Bundesebene in verantwortlichen Führungsfunktionen tätig. Das und
die inzwischen zur Tradition gewordenen Auslandslagersommerlager der CaEx und RaRo in ganz
Europa belegen, dass der in der zweiten Hälfte der 90ger-Jahre des 20. Jahrhunderts
begonnene Öffnungsprozess der Gruppe nach außen konsequent fortgesetzt wurde und
inzwischen selbstverständlich geworden ist. Besonders schön ist auch die Tatsache, dass
unter den FührerInnen/LeiterInnen ein echter Freundeskreis entstanden ist, der sich über
die Pfadfinderarbeit hinaus verbunden fühlt. Außerdem wurden im Frühjahr auch noch die
Vereinsstatuten dem neuen Vereinsrecht angepasst. So heißt z.B. ab diesem Zeitpunkt der
Aufsichtsrat Elternbeirat. Im Jahr 2005 standen einerseits die Festigung des neuen, hohen
und anspruchsvollen Niveaus, andererseits die weitere Verbesserung der Kommunikation
innerhalb der Gruppe durch gemeinsame GR/EBR-Sitzungen und Aktivitäten, wie z.B. die
Winternachtwanderungen, im Mittelpunkt. Und longsom wochs ´ma zsom, das Motto
der 80-Jahr-Feier, war und ist das Ziel, zu dem alle ihren Beitrag
leisten müssen. Für
die Biber wurde in einer zusätzlichen Erweiterung des Heimangebotes die alte Grillhütte
zum gemütlichen Biberbau umgestaltet.
Mit Jahresbeginn 2006 wurde eine Neuwahl der
Vereinsleitung notwendig, da Gerda Baumgartner nach drei Funktionsperioden aus
persönlichen Gründen für das Amt des EBRV nicht mehr kandidieren konnte. Als Nachfolger
wurden Wolfgang Mittasch zum EBRVorsitzenden und Paula Brunner zur EBRVStv. gewählt.
In all den Jahren, seit Hermann Rasp, wurde die Brauchtumspflege des
"Anglöckelns" und des "Sternsingens" weiter im Sinne des Gründers
verfolgt.
Die finanzielle Situation der Gruppe konnte neben den freiwilligen Spenden und dem
Sternsingen durch zwei weitere Gemeindeveranstaltungen verbessert werden. 1987 wurde der
Weihnachtsmarkt erstmalig in OBERNDORF abgehalten, und die Pfadfindergruppe durfte sich
mit einer Verkaufshütte mitbeteiligen. Diese, nun alljährlich stattfindende,
Veranstaltung sichert einen großen Teil der über das Vereinsjahr entstehenden Kosten und
ermöglichte mehrere schöne Lagererlebnisse in KÄRNTEN, in der STEIERMARK, in FRANKREICH
und sogar auf den Orkney Inseln in SCHOTTLAND. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass
einem weiteren Grundsatz von Hermann Rasp durch die gute finanzielle Lage, die nicht
zuletzt durch die hervorragende Arbeit der Gruppenleitung und des Elternbeirates
geschaffen wurde, immer noch Rechnung getragen werden kann: "Kein Oberndorfer
Pfadfinder soll aus finanziellen Schwierigkeiten an einem Lager nicht teilnehmen
können!" So konnten die CaEx und RaRo beispielsweise das letzte
Niederösterreichische Landeslager "4ranaund" zu den üblichen
Sommerlagerpreisen erleben..
Als Neuerung gegenüber dem Stil von Hermann Rasp kann man auch die Öffnung der Gruppe im
Kontakt gegenüber den anderen Pfadfindergruppen des Landes Salzburg und internationalen
Gruppen wie Pfadfindern aus DEUTSCHLAND, ITALIEN, GROSSBRITANNIEN und FRANKREICH nennen.
Auch hier wird in Zukunft ein breites Betätigungsfeld für die neue Gruppenleitung sein.
Grundsätzlich hat sich der Elternbeirat wie die Gruppenleitung als Ziel für die Zukunft
Ihrer Arbeit den Abbau von Aggressivität und Materialismus bei den ihnen anvertrauten
Kindern und Jugendlichen gesetzt.
Die Pfadfinder sollen zu aktivem und selbständigem Handeln im Sinne der christlichen
Nächstenliebe und des Allgemeinwohls erzogen werden. Kritisches Denken und eine eigene
Meinung sind gefragt. Die jungen Menschen sollen die Voraussetzung erlangen, bewusst
Verantwortung für sich und andere zu tragen. So schließt sich der logische Kreis zu den
Anfängen und zum Gründer mit den Losungen:
"Allzeit bereit !"; "Jeden Tag eine gute Tat !" und " Das Werk
dem Wort voran !"

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